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Das Grafengeschlecht "von Molbach"


Graf Albert von Molbach stammt aus einem alten, vornehmen Adelsgeschlecht, dem Grafengeschlecht von Saffenberg - Nörvenich. (Die Ruine Saffenburg gegenüber Mayschoß). Geschichtsforscher führen die Abstammung dieses Geschlechtes auf die rheinischen Pfalzgrafen zurück, da die beiden Burgen - Saffenburg a.d. Ahr und Nörvenich-, die diesem Geschlecht den Namen gaben, auf altem Reichsbesitz erbaut worden sind.

 

Bild: die Saffenburg

 

Die Saffenberger waren u.a. Domvögte in Köln sowie auch die Schutzvögte in Deutz, des reichen Klosters Kornelimünster usw. Die nachstehenden Daten zeigen das hohe Ansehen dieses Hauses und die über viele Jahrzehnte anhaltende enge Bindung an das Erzstift Köln.

1136 heiratet Mathilde von Saffenberg den Herzog von Limburg.

Sophia von Heinsberg, die Gattin des Gottfried von Heinsberg, Bruder des Kölner Erzbischof Philipp, stammt aus dem Hause Saffenberg und gilt als die Schwester des Grafen Albert von Molbach.

Adolf von Saffenberg heiratet 1122 Margarete von Schwarzenberg, eine Nichte des Erzbischofs Friedrich I. von Köln.

In einer Urkunde aus 1147 nennt Erzbischof Arnold I. von Köln den Grafen Albert einen nahen Verwandten. Erzbischof Arnold (1138-1151) ist der einzige Kölner Erzbischof des Mittelalters, dessen Herkunft bis heute unbekannt ist. Einige Historiker sehen in ihm einen Bruder oder Onkel des Grafen Albert von Molbach

Bei der Nörvenicher Burg handelt es sich um die „Alte Burg“, die außerhalb des Ortes in einem Waldgebiet hoch über dem Neffeltal lag. Die Burg stand auf einer sogenannten „Motte“, einem künstlich aufgeschütteten Hügel, der von einem Wassergraben umgeben war. Es handelt sich also um den gleichen Burgentyp, den Graf Albert in den 40er Jahren des 12.Jahrhunderts in Obermaubach erbaute.

Der größte rheinische Erzähler des Mittelalters, der Cisterziensermönch Caesarius von Heisterbach, ein Zeitgenosse des Jülicher Grafen Wilh. II. und der Gräfin Alveradis von Molbach, erwähnt um 1220 in seinen Berichten das„Castrum Molbach“.

Gehörte Graf Albert bereits von Hause aus zu den Mächtigen im linksrheinischen Raum, so wurde sein Ansehen und seine Macht durch die Übernahme des Waldgrafenamtes, aber auch durch seine Heirat mit der Gräfin Adelheid von Vianden, erheblich größer.

Die Viandener waren zur damaligen Zeit wohl eines der mächtigsten Adelsgeschlechter zwischen Maas und Rhein. Zur Grafschaft Vianden gehörten 154 Dörfer und 30 Burgen. Ihr Bruder Gerhard war Abt der reichen und mächtigen Fürstabtei Prüm. Gräfin Adelheid wird ihrem Gatten sicherlich eine ansehnliche Mitgift mit in die Ehe gebracht haben. Ihre Nichte Mathilde von Vianden ist die Mutter des Kölner Erzbischofs Konrad von Hochstaden, der 1248 den Grundstein zum Bau des Kölner Domes legte.

 

 

Bild:  Schloß Vianden im 12. Jahrhundert

 

Bild:  Schloß Vianden

 

Nachstehend einige Informationen über die Vorfahren der Gräfin Adelheid von Molbach,

aus dem Geschlecht der Grafen von Vianden.

Die Hofburg Vianden -         Über den hohen baulichen und künstlerischen Wert des Schlosses Vianden besteht Einmütigkeit. Wir können uns heute anhand einer umfangreichen Literatur und nach langwierigen Untersuchungen und Vergleichen mit verwandten Bauwerken ein ziemlich genaues Bild der Entwicklung der Burg Vianden machen. Über das ganze ausgedehnte Schloß erzählen uns vor allem die Steine seine Geschichte. Neueste Ausgrabungen haben ergeben, daß der Ursprung der Anlage bis in die Zeit der Römerherrschaft zurückreicht. Es würde an dieser Stelle zu weit führen, die Geschichte und einzelne Bauwerke des Schlosses detailliert darzustellen. Die Burg Vianden kann täglich besichtigt werden, und die Entfernung von Obermaubach ist ja nicht so groß. Erwähnt werden sollte aber: Das Schloß Vianden gilt als das Stammhaus der herzoglichen Familie Luxemburg und des Königshauses Oranien.

 

Die Grafen von Vianden -    Die ältesten Nachrichten über die Grafen von Vianden bestehen nur in dürftigen Notizen der Annalen und Chroniken, und man kann sie kaum in irgendwelchen Zusammenhang bringen.

Enguerrand, Graf von Vianden, erklärte 844 den Krieg an Gui, Graf de la Roche. Aus den Annalen des Klosters Lobbes sehen wir, daß ein Angehöriger dieses Klosters, der Mönch Ranchaire -928- ein Sohn des Grafen von Vianden war.

 

Jean de' Outremeuse erzählt in seiner Chronik, daß der Bischof Hugo von Verdun ein Sohn des Grafen von Bar und der Tochter eines Grafen von Vianden war, 10. August 946

 

976-986 wird Gottfried, der Sohn eines Grafen von Vianden, als Decan des Klosters Stablo erwähnt. Möglicherweise war der Graf Arnold, von dem uns berichtet wird, er habe 981 ein Bündnis mit Gottfried dem jungen Graf von Namur, dem Grafen von Durbay, dem Grafen von Arlon und anderen Herren gegen Kaiser Otto II. abgeschlossen, ein Bruder des Decans Gottfried von Vianden.

 

Im Jahre 1088, so berichtet das Magnum Chronicon Belgicum, wurde auf Anregung Heinrichs, Bischof von Lüttich, ein allgemeiner Landfrieden für die Diözese gestiftet. Die Lütticher Kirche sollte alle Streitigkeiten entscheiden. Nach "Bertholet" trat auch ein Graf von Vianden diesem Vertrag bei. (Vianden gehörte zur Diözese Lüttich).

 

Urkundlichen Boden bekommen wir erst unter die Füße mit dem Jahre 1096, wo ein gewisser Gerard dem Kloster Echternach die "terra de Geichlingen" schenkt. Es ist so gut wie sicher, daß dieser dem Grafengeschlecht Vianden angehört. Von mehreren Söhnen werden dort namentlich genannt ein Gerard und Egilbert und ein Schwiegersohn Walter.

 

"Schötter" erwähnt einen Richard Vianden, der sich dem ersten Kreuzzug angeschlossen habe -(1096). Auch die beiden Trierer Erzbischöfe Godefried 1124-1127) und Meginher (1127-1130) werden dem Grafengeschlecht von Vianden zugeordnet.

 

Doch auch dieses alles läßt sich kaum in den Stammbaum der Grafen von Vianden einreihen, und wir verlassen erst den Boden der Ungewißheit mit der Regierung Friedrichs I. Graf von Vianden. In den Adern von Friedrich I. fließt das Blut von drei verschiedenen Adelsgeschlechtern: - Die Grafen von Vianden - die Grafen von Hamm - und die Grafen von Sponheim.

 

Den Sitz der Viandener Grafen haben wir bereits vorgestellt. Die Grafen von Sponheim haben ihre Wurzeln im Nahegebiet und dem Hunsrück, also zwischen Mittelmosel und Mittelrhein.

(Stammsitz: Burg Sponheim a. d. Nahe).

 

Der Stammsitz der Hammer Grafen ist das Schloß Hamm a. d. Prüm (Nähe Bitburger Stausee). Einen besonderen Platz nimmt das Schloß Hamm ein. Das Gebirge wurde von der Prüm durch eine herrliche Flußbiegung durchbrochen. Der langgestreckte Bau der Gesamtanlage ist ein eindrucksvolles Bauwerk. Die gesamte Anlage ist auf drei Seiten vom Wiesental der Prüm umgeben Die Felsränder sind steil und daher für eine Verteidigung günstig. Für die Herrenschicht der fränkischen Eroberer war dieser Bereich ein ideales Fleckchen Siedlungsplatz. Schon früh baute sich einer jener Herren, der Gaugraf des ausgedehnten Bidgaues war, hier eine Burg, die den Namen des Distriktes trug und nach der sich die Besitzer adelten und Herren von Hamm nannten.

 

Um das Jahr 1000 etwa läßt sich eine neue Phase der Entwicklung im Bidgau fassen. Eine ganze Reihe von Urkunden (im Heimatmuseum Obermaubach ausgestellt) bezeugen die Familie der Bezelin-Bertholde von Hamm, im Besitz der Bitburger Grafenrechte. Eine Urkunde von 1033 nennt Becelinus ausdrücklich als Graf von Bitburg. Daraus können wir sicher entnehmen, daß Bitburg Grafschaftsmittelpunkt war.

 

Die Beceline besaßen die Bitburger Grafenrechte nicht als Reichslehen. Das ist ein sehr wichtiger Unterschied zu früher. Während die Grafen des Luxemburger Hauses für den Bidgau vom König eingesetzt wurden, waren die Beceline lediglich Untergrafen der Luxemburger. Sie besaßen aber ein sehr starkes Eigengewicht, da sie als Prümer Altarvögte vom "Reich" belehnt wurden.

Die Familie erscheint erstmals im Jahre 981 im Bidgau. In diesem Jahr führte ein Becelin, der Sohn des Arnust, ein Aufgebot des Bidgaues nach Italien. Er fiel in der Schlacht bei Colonna.

 

Auch im Trechirgau, dem Dreieck zwischen der unteren Mosel und dem Rhein, lag das Grafenamt in den Händen der Berthold-Becelin, der sich übrigens der besonderen Gunst der Könige erfreute.

 

Das Prümer Vogtinstrument nennt die Hammer Grafen als Schutzvögte der Abtei. Das Gebiet der Abtei lag in den verschiedensten Landesgauen, der Kern des späteren abteilichen Gebietes doch im Carosgau, der ein Untergau des Bidgaues war.

 

In den jeweiligen königlichen Gaugrafen fand die Abtei einen starken Gegner klösterlicher Immunität und mußte weltlichen Schutz gegen die Gaugrafenherrlichkeit suchen. Diesen fand sie in den klösterlichen Schutzvögten, die die Abtei nach einem kaiserlichen Privilegium selbstständig ernennen durfte. Aus diesen Urkunden geht klar hervor, daß die Abtei mehrere Schutzvögte, hatte und zwar ist dies so zu verstehen, daß sie in jedem Gau, in dem abteiliches Gut lag, dem jeweiligen Gaugraf einen klösterlichen Schutzvogt (Advocatus) entgegenstellt. In karolingischer Zeit war der Schutzvogt in allen gerichtlichen Fällen unumschränkter Herr, und so hatte er gerade die abteilichen Rechte und Ansprüche zu vertreten und zu schützen. Er vertrat also die Abtei zu jeglicher Zeit und in allen Anliegen.

 

Demgemäß war seine Macht innerhalb seiner Schutzvogtei fast unumschränkt. Es ist daher zu erklären, daß diese Schutzvögte schon bald als Raubvögte am abteilichen Gute auftreten. Sie benahmen sich so, als ob das Lehnsgut Eigentum wäre. In diesem Zusammenhang haben wir auch die Entwicklung der Hammer Burgherrschaft zu verstehen.

 

Aus der Ehe des jüngsten Becelinus mit einer Gräfin Renuisca ging der Sohn Berthold hervor, der zwischen 1052 und 1056 das Erbe antrat. Er löste den Vater in allen Rechten ab und übernahm auch das Amt des Schutzvogtes der Abtei Prüm. Er regierte etwa 45 Jahre und starb im Jahre 1101. Zwei Söhne sind bekannt:  Berthold II. und Godfried. Godfried verwaltete die Schutzvogtei der Abtei Prüm von 1101 bis 1102, und von 1102 bis 1112 führte sein Bruder die Geschäfte weiter. Die Willkürherrschaft der Herren von Hamm verbreitete Angst und Schrecken. Wegen seiner grausamen Gewalttaten mußte Godfried seines Amtes enthoben werden. Seinem jüngeren Bruder Berthold II. wurde die Schutzvogtei Prüm in Gegenwart des Kaisers übertragen, nachdem er versprochen hatte, die festgelegten Rechte und Pflichten der Vögte genau zu beachten.

 

Nun wird in einer Urkunde des Jahres 1132 Friedrich I. Graf von Vianden als Vogt von Prüm genannt. Wer war Graf Friedrich und wie kam er zu dem Amt als Schutzvogt?

Um 1075 heiratet Stephan Graf von Sponheim Sophie von Hamm, die Tochter von Graf Berthold I. von Hamm. Ihr gemeinsamer Sohn Gerhard I. von Sponheim, Graf von Clerveaux und Lehnsherr von Ouren heiratet Adelheid von Vianden. Beide gründen 1096 das Kloster Hosingen. Ihr Sohn ist Friedrich I. von Vianden - Vater der Gräfin Adelheid von Molbach.

 

Verfolgen wir aber noch kurz die Geschichte des Schlosses Hamm.

Wie berichtet wird, ließ auch Graf Berthold II. von Hamm sich als Vogt von Prüm einiges zu Schulden kommen und wurde, wie schon vorher sein Bruder, abgesetzt. Die Schutzvogtei von Prüm ging nun an die nächsten Verwandten, die Grafen von Vianden, die gleichzeitig auch die Lehnsherren von Hamm wurden. Die Geschichte von Hamm ist mit der von Vianden eng verknüpft, und die letzte Nachricht dieses Geschlechtes datiert aus dem Jahre 1346. In diesem Jahr verkauften Gerhard von Hamm und seine Gemalin Ida die Rente eines Dorfes Pyrinscheit an Johann von Falkenstein im Ourtal.

Das Schloß Hamm ist heute im Besitz der Grafen von und zu Westerholt und kann nicht besichtigt werden.  (1985 führte mich die Gräfin von Westerholt durch das Schloß und zeigte mir auch in der alten Burgkapelle verschiedene Grabsteine mit den Wappen von Vianden und Schönecken).

 

Friedrich I. Graf von Vianden

Wie wir bereits lesen konnten, ist Friedrich I. seit 1124 Graf von Vianden und spätestens ab 1132 auch Schutzvogt der Abtei Prüm. Sein Bruder Gerhard II. von Sponheim ist Lehnsherr von Clerveaux und Ouren. (siehe die anhängende Ahnentafel Hamm/Vianden).

Friedrich I. erscheint urkundlich bis 1152, meistens tritt er nur als Zeuge auf, so daß wir über sein Tun und Treiben wenig unterrichtet sind. Doch erzählt "Balderich", daß Graf Friedrich bei einer Fehde zwischen Erzbischof Albero von Trier und Heinrich IV. Graf von Luxemburg als Vermittler mit Erfolg tätig war. Vermutlich deshalb verlieh Erzbischof Albero dem Friedrich von Vianden einen Teil der Burg Arras (bei Alf a.d. Mosel) zwischen 1137 - 1151 als Lehen.

 

Friedrich I. hatte vier Kinder:  Siegfried, Friedrich, Gerhard und Adelheid.

Sein ältester Sohn und der Erbe der Grafschaft war Siegfried von Vianden, urkundlich nachweisbar von 1156 - 1171. Er verband sich nach dem Tode Alberos von Trier mit Heinrich von Luxemburg gegen das Erzstift Trier, um sich für den Verlust von Arras zu entschädigen. Aber Erzbischof Hillin, der Nachfolger Alberos, war klug genug, sich durch Abtretung von Grevenmacher an Luxemburg den Frieden zu sichern. Siegfried tritt in verschiedenen Urkunden des Erzbischofs Hillin als Zeuge auf, und scheint später in freundlichen Beziehungen zum Erzstift gestanden zu haben. Bald nach 1171 muß er wohl kinderlos gestorben sein, da die Grafschaft auf seinen Bruder Friedrich II. überging, der sich bis dahin nach der Herkunft seiner Gemahlin Mathilde von Salm, Graf von Salm nannte.

 

Graf Gerhard von Vianden war ins Kloster eingetreten, denn im Jahre 1187 finden wir ihn als 30sten Abt der Abtei Prüm wieder, deren Schutzvögte die Grafen von Vianden waren. Im Jahre 1190 gründete er zu Niederprüm ein adliges  Damenstift des Benediktinerordens, wobei ihn seine Schwester Adelheid von Molbach tatkräftig unterstützte. Noch im Jahre 1207 beurkundet er eine ihrer Schenkungen an das Kloster Niederprüm. Erste Äbtissin in Niederprüm wurde Sophie, eine nahe Verwandte der beiden. Im Jahre 1212 ist Gerhard gestorben, nachdem er 28 Jahre das Amt des Abtes ausfüllte.

 

Adelheid von Vianden, seine Schwester, war mit Albert Graf von Molbach vermählt, der aber schon 1177 verstorben ist. Aus dieser Ehe ging eine Tochter Alveradis hervor, die wir 1177 als Gemahlin des Grafen Wilhelm II. von Jülich auftreten sehen. Gräfin Adelheid wird 1207 als tot erwähnt. Sie fand ihre letzte Ruhestätte im Kloster Niederprüm.

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