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Gräfin Alveradis von Molbach

geboren ca. 1155 bis verstorben 1222

Gräfin Alveradis war im 12./13. Jahrhundert die berühmteste Frau unserer Heimat. Geboren und aufgewachsen im alten "Castrum Molbach", einer ehemals zweiflügeligen Wasserburg am östlichen Ortseingang von Obermaubach. Sie war die einzige Tochter und Erbin des Grafen Albert von Molbach-Nörvenich und dessen Ehefrau Adelheid aus dem Geschlecht der Grafen von Vianden.

Um 1176 heiratet Alveradis den Grafen Wilhelm II. von Jülich, der als der "starke Helmes" in die Geschichte und Sagenwelt einging. Nach dem Tode des Grafen Albert - 21. Mai 1177- erbaut Wilhelm II. hoch oben auf einem Felsplateau die Burg Nideggen. Alveradis war also die erste Gräfin in Nideggen.

Der berühmte Erzähler des Mittelalters, der Mönch Cäsarius von Heisterbach, berichtet von dem "ruchlosen Leben" des Grafen Wilhelm, der in seiner Brutalität auch vor der eigenen Frau nicht zurückschreckte.

Die Legende erzählt uns folgende Begebenheit: Eines Tages ließ Wilhelm seine Frau Alveradis mit Honig bestreichen, in einen eisernen Käfig sperren und an der Außenfassade des Wohnturmes aufhängen, um sie der Peinigung durch Wespen und Bienen preiszugeben. Dann ritt er nach Köln um seiner Lust zu frönen.

Als die Frauen der umliegenden Ortschaften von dieser Schandtat erfuhren, marschierten sie zur Burg Nideggen und befreiten die Gräfin aus ihrer mißlichen Lage.

Graf Wilhelm erkrankte und starb nach seiner Rückkehr auf Burg Nideggen im Jahre 1207.

Als Dank für die Befreiung schenkte Alveradis den Bewohnern der umliegenden Orte auf ewige Zeiten die Nutzung des Waldes Mausauel. Tatsache ist - das bestätigen uns die vorliegenden Urkunden - daß die Stadt Nideggen mit dem Stadtteil Obermaubach/Schlagstein und die Herrschaft Drove mit den Orten Boich, Üdingen, Leversbach und Rath während vieler Jahrhunderte das kostenlose Nutzungsrecht am Walde Mausauel hatten.

Die Gräfin Adelheid und Alveradis sind die Stifter bzw. Mitbegründer der Nonnenklöster in Niederprüm (wo auch Gräfin Adelheid ihre letzte Ruhestätte fand) in Ellen und Bürvenich, die sie mit Gütern und weiteren Einkünften reich ausstatteten. Weitere großzügige Stiftungen erhielten das Nonnenkloster Füssenich, die Kirche in Grefrath sowie die Abteien Knechtsteden, Altenberg und Heisterbach.

Dieser Ort mit Blick auf das alte "Castrum Molbach" soll uns an diese Begebenheiten und an die Schenkungen der Gräfin Alveradis von Molbach erinnern.

 

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