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Katholische Kapelle in Obermaubach

(s.t.s. Apollinaris)

Binterim u. Mooren, E.K.II.S.203 - Müller, Beiträge I.S.97 Anm.

Die Kapelle, die im 16. Jhdt. unter Kreuzau stand, ist zuerst im Jahre 1658 neu erbaut worden.

Dem Gotteshaus standen Ende des 18. Jahrhunderts Minoriten aus Nideggen vor. Ursprünglich hatte sie wohl nach der Glockeninschrift und nach der Bestellung eines Geistlichen im Jahre 1663 (Tille-Krudewig, Übersicht II.S.253) die hl. Dreifaltigkeit zum Patron. Ein größerer Neubau wurde im Jahre 1788 auf der anderen Seite der Dorfstrasse errichtet.

Bei der Organisation des ersten Bistums Aachen 1804 wurde Obermaubach Filiale der "Unterpfarre" Untermaubach. Am 20. Mai 1957 bekam die Filiale Obermaubach vermögensrechtliche Selbstständigkeit.

Saalbau von Bruchsteinen aus dem Jahre 1788, im Lichten 9,15m lang, 6,20m breit; schlichte Rechteckfenster in Hausteinfassung, über dem abgewalmten, ganz geschlossenen Westgiebel ein kleiner sechsseitiger beschieferter Dachreiter. An der Südseite in Eisenhaken die Jahreszahl 1788 und über der Tür die von dem älteren Bau stammende Inschriftplatte mit dem Merode-Vlattenschen Wappen,

dabei oben die Worte:

WERNER ESSER UND MERGEN; EHELEUT; WIE AUCH
SEMPTLICHE NACHBER UND JUNGE GESELLEN
ZU OERMAUBACH: SANCTE LAMBERTE; ORA PRO NOBIS:

unten:

MERODE GENANT VLATTEN; ANNO 1658, DEN 10.MAY.,

Das Innere mit schlichter Pliestertonne.

Von der Ausstattung sind zu nennen:

Barockaltar des 17. Jhdt. aus Holz, marmoriert, mit Knorpelornamenten; zwischen den gewundenen Säulen Ölgemälde der Kreuzigung. Über den seitlichen Türen die weiß überstrichenen Figuren der Muttergottes und des hl. Apollinaris.

Einfache Barockkanzel des 17. Jhdt. mit den derben Gemälden der 12 Apostel auf den Füllungen.

Glöckchen vom Jahre 1710 mit der Inschrift:

EHR SEY DEM VATTER UND DEM SOHN UND DEM HEYLIGEN GEYST; ALS ER WAR:
MEISTER PETER FUCHS HAT MICH IN CÖLLEN GEGOSSEN ANNO 1710

aus: Kunstblätter der Rheinprovinz 1910

In Obermaubach war im 16. Jhdt. eine Kapelle und Filiale von Kreuzau (sine cura). Die Einkünfte derselben bestanden in 900 Reichstaler jährlichen Kapitals, Interesse 45 Reichstaler, in einem 10. Mertzenich, Tat 8 Malter Roggen, 3 Malter Gerste. In einem noch kleinen Zehntchen zu Maubach, Tat 12 Viertel Roggen, 12 Viertel Haber, noch von 50 Reichstalern. Das Interesse item vom Hof zu Thumb 10 Malter Spelz, item von einem Viertel Land, 5 Viertel Haber, ferneres 3 Mütgen Weingarts, davon aber 40 Qart Weines an Schwarzenbroich gegeben wird.

Nach Binterim und Mooren I.C.II99 Archiv Erzdiözese Köln.

Pfarrkirche St. Apollinaris, Obermaubach

Die Kapelle dient nach schwerer Zerstörung im 2. Weltkrieg nach Wiederaufbau als Bet- und Beichtkapelle. 1931 wurde die heutige Kirche mit viel Eigenmühe und Fleiß ohne jegliche Zuschüsse vom Bistum Aachen von allen Einwohnern des Ortes restauriert und mit Hand- und Spanndienst gebaut. Obermaubachs Einwohner waren, bis auf eine zugezogene Protestantin - sie stiftete auch noch ein Harmonium - alle katholisch. Träger war der Kapellenbauverein e.V..

Die seelsorgeriche Betreuung erfolgte durch Ordenspriester. Die Vergütung dieser Dienste übernahmen die Obermaubacher Katholiken. Diese Finanzierung war gewährleistet durch Haussammlungen.

1958 wurde die Kirche durch Kapellenbauvereinsbeschluss dem Bistum Aachen übertragen, zuerst als Filialkirche der Mutterpfarre st. Brigida Untermaubach, seit 1971 als Pfarrkirche.

1935 wurden zwei neue Glocken angeschafft. Eine musste dem Kriegsrüstungsgesetz geopfert werden. Eine Glocke - gegossen im Jahre 1731 - konnte gerettet werden. Dies ist der mutigen Tat des seinerzeitigen Kapellenbauvereinsvorsitzenden, Herrn Franz Schnitzler, zu verdanken, der sie in der Scheune unter dem Stroh versteckte. Diese Glocke ziert heutzutage den Altarraum und erklingt zur Wandlung bei der Eucharistiefeier.

Die beiden jetzt im Glockenturm vorhandenen zu den Gottesdiensten einladenden Glocken wurden 1934 und 1954 gegossen.

Fast 30 Jahre - von 1935 bis 1964 - übernahmen die Patres Viktor Padberger und Josef Klein von der Hl. Familie in Düren die seelsorgerichen Dienste.

Dem Handbuch des Bistum Aachen, Ausgabe 1994, entnehmen wir folgendes:

Am 02.10.1964 wurde Robert de Baker zum Vikar an der Vikarie Obermaubach, am 01.01.1965 zum Pfarrvikar an der Pfarrkirche ernannt.

Am 17.01.1971 wurde die Pfarrvikarie zur Pfarrkirche erhoben. Pfarrvikar de Baker erhielt den Titel Pfarrer verliehen, verbunden mit den Aufgaben des Pfarrverwesers. Im Februar 1974 kehrte er in seine Heimat Raeren (Belgien) zurück. Im Juni 1985 in den Ruhestand versetzt, verstarb er am 09.04.1998.

Gymnasialpfarrer Paul Bonn (jetzt in Nideggen St. Johannes) leitete die Pfarre von 1974 - 1978.

Seit 25.07.1978 ist Pfarrer Johannes Besgen aus Untermaubach als Pfarrverweser, seit 1998 als Pfarradministrator, in Obermaubach tätig.

Seelsorgeriche Dienste übernahmen
von 1979 - 1982 Gymnasialpfarrer Karl Heinz Jünemann verstorben am 23.10.95
von 1982 - 1987 Pfarrer i.R. Johannes Schulte - Fischedick verstorben am 18.03.1987
vom 04.12.1980 bis 24.11.1989 Pfarrer i.R. Josef Jentgen als Subsidiar. verstorben am 24.11.1989

 

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